Salonfestival im Haus der ungewöhnlichen UnternehmerInnen

Im Haus der ungewöhnlichen UnternehmerInnen ist das Salonfestival zu Gast: Der Ort ist ein Ort zum kreativen Denken, zum Transformieren der Gedanken, zum Gedankenaustausch mit Gleichgesinnten und anderen ungewöhnlichen UnternehmerInnen, zum Überwinden von Glaubenssätzen, zum Genießen, ein Ort der Lebensfreude, der Offenheit – im besten Sinne open minded – und in schönster Natur gelegen. Von hier geht der Berliner Mauerweg los. Und so wie 1989 reale Grenzen in Stein überwunden wurden, so werden hier mentale Mauern, die das innovative, lustvolle und freie Denken behindern, überwunden.

Hier treffen sich AutorInnen, MusikerInnen, PhilosophInnen, UnternehmerInnen, KünstlerInnen, Kreative und Menschen, die die Welt lieber gestalten als verwalten und die den Traum nicht aufgegeben haben, dass sich die Welt mitgestalten lässt.

Gastgeberin und Moderatorin der Abende ist Dr. Kerstin Gernig, die mit den Hermsdorfer 4 Jahreszeitengesprächen auch ihren eigenen Salon führt. Wenn du dabei sein willst, abonniere einfach meine Inspirationen, um immer up to date zu sein, was im Haus der ungewöhnlichen UnternehmerInnen so los ist. 

Lesung und Gespräch mit Marlene Engelhorn Geld & Daniela Brodesser Armut am 24.5.2023 von 18.30-22.30 Uhr

Marlene Engelhorn Foto: Ulrich Palzer I Daniela Brodesser Foto: Christopher Glanzl

Eine Begegnung mit zwei Aktivistinnen

Im Jahr 2021 waren in Deutschland und Österreich etwa 15% bis 17% der Bevölkerung armutsgefährdet, rund 14,5 Millionen Menschen. Warum wir dennoch nichts über Armut wissen? Weil die Betroffenen meist schweigen – aus Scham, Angst, Schuldgefühl.

Daniela Brodesser hat diesen Teufelskreis aus Stigmatisierung und sozialer Entfremdung erlebt, der mit Armut einsetzt. Sie kennt die guten Ratschläge von Wohlmeinenden, die beschämend wirken. Eindringlich schildert sie in ihrem Buch Armut, welche Verwüstungen Armut hinterlässt und zeigt, was finanziell und menschlich geboten ist, um sie nicht zur Sackgasse für Betroffene werden zu lassen.

Marlene Engelhorn steht auf der anderen Seite. Sie ist die Enkelin der 94-jährigen Traudl Engelhorn-Vechiatto und beabsichtigt 90% ihres ererbten Vermögens zu spenden. Sie tut etwas Ungewöhnliches: Als Erbin eines beträchtlichen Vermögens redet sie über Geld in ihrem Buch Geld – und besteht darauf, dass wir alle es tun. Wie viel ist genug? Was ist das gute Leben für alle? Wie wollen wir teilen? In wessen Händen liegt das Recht, zu entscheiden?

Wenn wir nachhaltige Antworten wollen, müssen wir uns persönlich sowie gesellschaftlich damit auseinandersetzen, was Geld eigentlich ist. Ein Druckmittel? Eine sichere Bank? Ein erstrebenswertes Ziel oder der direkte Weg ins Verderben? Marlene Engelhorn seziert mit spitzer Feder unser Verhältnis zu Geld – und entwirft eine Vision, die zeigt, dass nur gerechte Umverteilung demokratisch wirken kann.

Die Bücher Geld und Armut sind im Kremayr & Scheriau Verlag erschienen. 

Hier geht's zu meiner Rezension von Geld. Hier geht's zu meiner Rezension von Armut

Hier geht's zur Anmeldung zum Salonabend in Hermsdorf. Teilnahme nur nach Voranmeldung!

Lesung und Diskussion mit John von Düffel:
Das Wenige und das Wesentliche am 16.9.2023 von 19.00-23.00 Uhr

John von Düffel I Foto: Arno Declair

Unser Alltag ist extrem durchgetaktet. Die Beschleunigung unseres Lebens hat mit dem Digitalen und einer Welt von Überangeboten zu tun. Dieses hat neben vielen Möglichkeiten eine rasende Überforderung gebracht, beruflich wie privat. Ein Beiseitetreten und die Beschäftigung mit den großen Lebensfragen fokussiert uns, ist kontemplativ – und schenkt uns Ruhe und Kraft. Diese Konzentration ist wichtig – als Versuch, die Führung über das eigene Leben zurückzugewinnen. Und wenn wir mit diesem Beiseitetreten auch ein Zurückfahren schaffen, dann begeben wir uns in eine moderne Form von Askese. Keine, die uns geißelt. Sondern eine, die sich selbst genügt. Es gibt keine Belohnung und auch keinen Grund – außer dass Askese einem selbst und der Mitwelt gut tut, und dass sie einem das Gefühl gibt, im Moment das Richtige zu tun und das Richtige zu leben. Das asketische Prinzip ist vielleicht nicht die Lösung für alle Probleme, aber es ist eine Antwort auf die Frage, was jeder und jede Einzelne tun kann. Durch den Fokus auf Weniger und Wesentlicheres gewinnen die verbleibenden Dinge und Lebensgewohnheiten eine neue Qualität.

Wie lebe ich richtig? Darüber wollen wir gemeinsam nachdenken und reden.

John von Düffel, geb. 1966 in Göttingen, studierte Philosophie in Stirling, Schottland und Freiburg im Breisgau und promovierte über Erkenntnistheorie. Er arbeitet als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und ist Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste. Seit 1998 veröffentlicht er Romane, Erzählungsbände sowie essayistische Texte bei DuMont, u. a. ›Vom Wasser‹ (1998), ›Houwelandt‹ (2004), ›Wassererzählungen‹ (2014), ›Klassenbuch‹ (2017), ›Der brennende See‹ (2020), ›Wasser und andere Welten‹ (Neuausgabe 2021) und zuletzt ›Die Wütenden und die Schuldigen‹ (2021). Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem aspekte-Literaturpreis und dem Nicolas-Born-Preis. 

John von Düffels Buch ist Das Wenige und das Wesentliche ist im DuMont Verlag erschienen. Gleich bestellen!

Hier geht's zur Anmeldung zum Salonabend in Hermsdorf. Teilnahme nur nach Anmeldung!

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