Mit Beduinen durch die Wüste: Wie du zum Wesentlichen kommst!

Warum reist man in die Wüste? Warum schläft man ohne Zelt unter offenem Sternenhimmel auf dem Boden? Warum vertraut man sich Beduinen und Dromedaren an? Warum schweigt man tagelang? Warum verzichtet man auf (fast) alle Annehmlichkeiten der Zivilisation wie Dusche, WC, Bett, Tisch oder Stuhl?

Unser Leben besteht aus Erfahrungen, immer wieder neuen. Wir machen Erfahrungen. Wir lernen aus Erfahrungen. Wir suchen uns Erfahrungen. Manche Erfahrungen hätten wir lieber nicht gemacht, wenn sie schmerzhaft sind. Doch auch diese Erfahrungen gehören zum Leben und lehren uns etwas. Denn alles, was uns im Leben widerfährt, ist entweder ein Geschenk oder eine Aufgabe.

Deine Lebensaufgabe ist, den Sinn deines Lebens zu finden. Der Sinn meines Lebens ist, meine Aufgabe zu finden und sie anzunehmen. Und ich habe das große Glück, meine Aufgabe gefunden zu haben: ich möchte in der mir verbleibenden Lebenszeit noch so viele Menschen wie möglich in die erfolgreiche Selbständigkeit begleiten. Denn wir sind als freie Menschen geboren worden und nicht als Angestellte. Und diese Freiheit möchte ich den Menschen, die sich aus abhängigen Beschäftigungsverhältnissen befreien wollen, wieder zurückgeben.

Wo du zum Wesentlichen kommst: in der Wüste! Finde deine Lebensaufgabe. 

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Was ich in der Wüste gesucht und gefunden habe

Ich habe zwei Wochen in der Wüste Sinai mit dem Klangkünstler Jochen Fassbender, der Ethnologin Katrin Biallas, 5 Beduinen, 7 Mitreisenden und 15 Dromedaren verbracht. Wir haben im roten Meer geschnorchelt, sind tagelang auf Dromedaren geritten, haben fünf Tage lang in der Wüste geschwiegen und Musik auf Jochens Instrumenten gemacht. Wir haben die Wüste und unsere Seelen zum Klingen gebracht. Die Beduinen haben uns durch die faszinierende Landschaft aus Stein- und Sandwüste mit atemberaubenden Felsformationen geführt und auf offenem Feuer für uns unter dem Sternenhimmel gekocht und Brot gebacken.

1. Was du von der Wüste lernen kannst

In der Wüste kommst du zum Wesentlichen und zu den großen Fragen, die unsere Existenz hier auf Erden ausmachen: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was macht mich aus? Was gibt meinem Leben Sinn?

In der Wüste bist du Himmel und Erde ganz nah und wirst daran erinnert, dass am Anfang Himmel und Erde waren. Es tut in unseren hoch zivilisierten, technisierten und digitalisierten Gesellschaften gut, immer wieder Auszeiten in der Natur zu nehmen, aus der wir kommen und in die wir wieder eingehen. Denn Kreativität entsteht aus der Stille und aus der Verbundenheit mit der Natur, nicht aus der Überfülle an Informationen und Eindrücken. Wer sich mit Bionik beschäftigt, weiß, welche unglaubliche Intelligenz wir uns aus der Natur abschauen können.

In der Wüste kannst du lernen, wie entbehrungsreich das Leben ist. Die Geschichte der Erfindungen ist eine Geschichte der Ausweitung der Komfortzone. Wir haben uns weitgehend abgedichtet gegen existentielle Erfahrungen wie Hunger, Durst oder Einsamkeit.

2. Welche immense Kraft in der Dankbarkeit steckt

Als ich am ersten Tag in der Wüste aufgewacht bin, habe ich Geräusche gehört, die mich sofort aus dem Schlafsack haben springen lassen. Ein junges Dromedar wurde von seiner Mutter gestillt. Zum Frühstück habe ich das erste Mal in meinem Leben frisch gemolkene Dromedarmilch probiert, die wohlschmeckend war ebenso wie das Fladenbrot mit Feta und Tomaten, das die Beduinen für uns zu den Mahlzeiten frisch zubereitet haben. Wir haben Wasser und schwarzen Tee getrunken, Reis und Gemüse gegessen und am letzten Tag ein Schaf geschlachtet für das Festessen zum Abschied.

Ich habe dem Schaf noch in die Augen geschaut, bevor es getötet wurde. In der Wüste Sinai wird wenig Fleisch gegessen, nur zu den Festtagen, wie es bei uns früher auch üblich war.

Ich war dankbar für alles, was die Dromedare für uns schwer bepackt auf ihren Rücken in die Wüste geschleppt haben: Wasser, Lebensmittel, Decken, Geschirr, Musikinstrumente und uns selbst. Es war ein Fest, am offenen Feuer zu sitzen, die Stille zu genießen und den weiten Sternenhimmel über sich mit tausenden von Sternen.

Es war extrem spannend, in die Kultur der Beduinen durch die Ethnologie Katrin Biallas eingeführt zu werden bei der täglichen Lagerfeuerakademie.

Nichts ist selbstverständlich auf dieser Welt: weder die Gesundheit, noch der Frieden, noch die Chancen, die sich uns bieten. Deshalb sei täglich dankbar für alles, was du hast, was du bist und was du tun kannst. Denn die Dankbarkeit ist eine der größten Kräfte auf Erden. Aus der Dankbarkeit erwächst die Wertschätzung. Nutze diese Kraft dafür, in deine eigene Kraft zu kommen.

3. Wie du in der Wüste mit den Elementen verbunden bist

In der Wüste bist du wirklich mit den Elementen Erde, Feuer, Wasser und Luft verbunden.

Wir sind über klingende Lavasteine gelaufen, sind Sanddünen fast hinabgeflogen, haben auf dem harten Sandboden geschlafen, haben gesehen, wie die Gezeiten die Gesteinsschichten verändern und aus einstigem Meeresboden Berge geworden sind mit fossilen Meerestieren.

Wir haben uns in den kalten Abendstunden am Feuer gewärmt, haben in der nur von Sternen und Mondschein erleuchteten Nacht uns am Feuer in unserer kleinen Gemeinschaft zusammengescharrt, haben am Feuer gekocht, gebacken, erzählt und gelacht.

Wir haben die flirrende Luft bei 30 Grad tagsüber gespürt und waren dankbar über jeden Windhauch, der die Temperaturen angenehmer gemacht hat. Wir haben gelernt, wie die Dromedare aus der Luft beim Ausatmen die Feuchtigkeit ziehen, um jegliches Wasser im Körper zu behalten.

Wir haben das Wasser rationiert und sind mit einem bis zwei Litern beim morgendlichen Waschen ausgekommen. Wir haben das Wasser nach Brauch- und Trinkwasser unterteilt. Wir waren den Dromedaren dankbar, die die Wasservorräte für uns geschleppt haben. Und wir haben es alle unglaublich genossen, nach den Tagen in der Wüste im Camp Rock Sea anzukommen und die erste warme Dusche zu genießen und im roten Meer zu schnorcheln.

Die Verbundenheit mit den Elementen macht dein Leben aus. Insofern lehrt die Wüste dich, dich auf das Wesentliche zu besinnen und den zerbrechlichen Kreislauf, in dem wir alle aufgehoben sind, nicht zu zerstören.

4. Welche Gemeinschaft für dich in der Wüste zählt

Die Wüste ist nicht weit und leer, sondern sie ist ein eigener Lebensraum. In der Wüste gibt es nur wenige Oasen und weit verstreut voneinander entfernt liegende Dörfer. Als wir in dem Dorf von Katrins beduinischen Adoptiveltern ankommen, werden wir extrem gastfreundlich empfangen. Es gibt schwarzen Tee mit Zucker am Lagerfeuer, Datteln  und Gebäck und wenn wir länger geblieben wären, wäre auch noch ein Schaf für uns geschlachtet worden. Beduinen haben eine ausgeprägte Kultur der Gastfreundschaft.

Wir haben die Gemeinschaft in unserer kleinen Reisegruppe erlebt. Am Anfang einer Reise begegnen sich Fremde, die alle miteinander verbindet, dass sie sich für die Wüste, Musik und Stille interessieren. Jeder trägt sein Schicksal mit sich. Die einen hatten schon Erfahrungen in der Wüste gemacht und sind begeistert wiedergekehrt, andere wie ich haben die Wüste zum ersten Mal erlebt. Und ich kann nur sagen, die Eindrücke haben all meine Erwartungen übertroffen.

Wir haben die Gemeinschaft mit den Beduinen erlebt, die am Anfang noch ihr eigenes Lagerfeuer hatten und zum Schluss mit uns gemeinsam ums Lagerfeuer gesessen haben. Es wurde mit Händen und Füßen kommuniziert. Die Beduinen, mit denen wir unterwegs waren, hatten eine verspielte Leichtigkeit und konnten wie die Kinder mit uns gemeinsam albern, was ein besonderes Erlebnis war.

Wir haben die Gemeinschaft mit den Dromedaren erlebt. Es sind unglaubliche Bilder, die ich mitgebracht haben. Morgens lagen die Dromedare still in den Tälern, in denen wir unser Nachtlager aufgeschlagen haben. Ohne die Dromedare, die uns und unser Gepäck getragen haben, hätten wir die Reise nicht machen können. Und die Beduinen sind es seit Jahrhunderten gewöhnt, Reisende und Händler durch die Wüste zu begleiten. Es war ein fast märchenhafter Anblick, die beladenen Dromedare mit den malerisch mit Tüchern gegen die Sonne geschützten Reisenden auf Passwegen hintereinander und auf der Ebene in einer sich zerstreuenden Gruppe zu sehen. Ein vor wenigen Monaten erst geborenes junges Dromedar lief immer an der Seite seiner Mutter, die es morgens und zwischendurch immer wieder gestillt hat.

Ich habe die Gemeinschaft mit außergewöhnlichen Menschen und ungewöhnlichen Unternehmern extrem genossen. Jochen Fassbender ist als Klangkünstler ein ungewöhnlicher Unternehmer. Er baut Instrumente, die die Seele berühren, deren Musik Heilung bedeutet und die die Welt um neue Klänge bereichern. Katrin Biallas hat uns als Ethnologin, die fließend arabisch spricht, die Welt der Beduinen erschlossen, woran man immer wieder sieht, wie extrem wichtig es ist, die Sprache der anderen zu beherrschen, um einen Zugang zur Kultur zu bekommen.

5. Wie deine Bedürfnisse sich in der Wüste verändern

In der Wüste wirst du mit deinen Grundbedürfnissen konfrontiert: Hunger, Durst, Schutz, Gemeinschaft. Doch nicht nur die Grundbedürfnisse wollen befriedigt werden. Vom Berg Sinai in der Wüste Sinai wurden die 10 Gebote herabgebracht. Aus der Wüste kommen die Weltreligionen. Aus dem Nichts entsteht die Kreativität. In der Wüste stellen sich die großen Fragen: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist meine Aufgabe hier auf Erden?

Die Wüste ist ein guter Ort, um dir deiner wahren Bedürfnisse bewusst zu werden. Die Wüste ist ein Ort der Stille, ein Ort der Einkehr und Reflexion, ein Ort des Ursprungs der Existenz. Wer sich solche Entbehrungen zumutet, kann danach die zivilisatorischen Errungenschaften und Annehmlichkeiten nur umso mehr schätzen.

6. Wo du Teil der Natur bist

Wir sind Teil der Natur. Wir kommen aus der Natur und wir gehen wieder in die Natur ein. In der Wüste habe ich unter dem unglaublichen Sternenzelt gespürt, wie klein und zerbrechlich unsere individuelle Existenz in diesem riesigen Kosmos ist, wie abhängig wir voneinander sind und von den Menschen, die sich mit den jeweiligen Lebensbedingungen und Gepflogenheiten vor Ort auskennen und wie wundervoll die Natur sein kann. In dieser Ambivalenz von unwirtlicher Grausamkeit und unglaublicher ästhetischer Schönheit bewegt sich unsere Existenz in der Natur als Teil der Natur.

Ich habe nachts wach gelegen und Sternschnuppen beobachtet und in die unendlichen Weiten des Alls geschaut. Und ich habe gesehen, dass selbst in so wasserarmen kargen Gegenden noch immer Pflanzen wachsen – Akazien, Melonen, Kapernäpfel … – und Menschen leben – Beduinen – und Tiere: Dromedare, Schlangen, Skorpione, Käfer, Mücken, Tauben, Zugvögel in den Höhen der Lüfte.

7. Wie deine Zeit in der Wüste zur Ewigkeit wird

In den zehn Tagen in der Wüste hatte ich ein anderes Zeitgefühl. Ich habe im Rhythmus von Sonnenauf- und Sonnenuntergang gelebt, habe das Zeitgefühl verloren. Die Tage haben mit Chi Gong zum Sonnenaufgang begonnen. Es war jeden Morgen ein Fest, den roten Streif am Horizont als Vorboten des Sonnenaufgangs zu sehen und dann den Feuerball aufsteigen zu sehen und zu erleben, wie sich die Erde der Sonne entgegendreht.

Das Zeitgefühl verändert sich auch, wenn man tagelang schweigt und sich nicht ununterbrochen durch Gespräche ablenkt, sondern ganz im Augenblick lebt, ganz im Schauen, ganz im Sein.

Nimm ab und an die Uhr ab, lege ab und an einen Schweigetag ein und du kannst die Wüstenerfahrung auch in den eigenen vier Wänden erleben.

Mit einem ungewöhnlichen Unternehmer in der Wüste

Ungewöhnliche Unternehmer wie Jochen Fassbender kennen keine Denkgrenzen. Er baut die verrücktesten und schönsten Instrumente, packt sie in einen Koffer, transportiert sie um die halbe Welt, lässt sie im Koffer tagelang von Dromedaren in die Wüste schleppen, um sie an den schönsten Orten auszupacken und zum Klingen zu bringen: auf einer Sanddüne, in Steinhöhlen, in einem Tal, auf einer Ebene, ja und selbst auf dem Wasser. Die Welt ist Klang und Jochen Fassbender bringt die Welt wieder zum Klingen. Es war alles außer gewöhnlich!

Werde, was du kannst! Powerworkshop

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